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Februar 2015: Konzentriert statt zerstreut - so lernen Sie, Ihre Aufmermksamkeit zu bündeln

Übung macht den Meister, das gilt auch für eine wesentliche Grundlage allen Übens: Konzentration. Einige gute Übungen sind bereits allgemein zugänglich. Leider kranken viele Anleitungen zur Konzentrationsschulung aber an drei grundlegenden Mißverständnissen:

· Sie verwechseln Tempo mit Konzentration
· Sie verwechseln das Training bestimmter, iolierter Fähigkeiten mit
  Konzentrationstraining
· Sie lassen den Körper (weitgehend) außer acht

Konzentration ist das Gegenteil von Multitasking

Manche Konzentrationstrainer propagieren sogar, als „fortgeschrittene“ Übung zwei Dinge gleichzeitig zu tun, beispielsweise während eines Spaziergangs ein Gespräch zu führen und gleichzeitig die eigenen Schritte oder bestimmte Worte zu zählen. Das ist freilich das Gegenteil einer Konzentrationsübung. Denn Konzentration kommt von lateinisch concentra „zusammen zum Mittelpunkt“. Dies bedeutet, willentlich alle geistigen Kräfte zu bündeln, um sie auf einen bestimmten Inhalt oder eine Tätigkeit hin zu fokussieren.

Multitasking

Aktiv zuhören

Sinnvoller ist es daher, beispielsweise das aktive Zuhören zu trainieren: Hören Sie genau zu, was Ihr Gesprächspartner sagt und wie er es sagt. Nehmen Sie auch den Klang der Stimme wahr. Was verraten Sprechtempo, Modulation oder Pausen? Wenn Sie fortgeschritten sind, können Sie in den Gesprächspausen die eigenen inneren Reaktionen wahrnehmen: Bemerken Sie spontane Emotionen wie Mitgefühl, Abwehr, (Mit-) Freude, Ärger oder Sympathie? Sobald Ihr Gegenüber wieder spricht, lassen Sie diese Selbstbeobachtung los und konzentrieren sich erneut vollständig auf das Zuhören. Sie werden entdecken, wie wertvoll diese Fähigkeit für Ihre Mitmenschen und Sie selbst ist.

Bewusst gehen

Alternativ konzentrieren Sie sich während eines Spaziergangs allein oder mit einem Übungspartner ganz auf das Gehen: Nehmen Sie bei jedem Schritt das Heben, Aufsetzen und Abrollen des Fußes bewusst wahr. Das ist wirkliche Konzentration. Sie werden schnell bemerken, dass Sie, wenn Sie sich vollständig auf Ihre Füße konzentrieren, keine Kapazitäten für ein Gespräch frei haben. Mit der Zeit entwickeln Sie so neben Ihrer Konzentrationsfähigkeit wahrscheinlich auch ein besseres Körpergefühl und mehr Gelassenheit.

Multitasking verhindert Konzentration

Übrigens: Wer ständig mehrere Dinge gleichzeitig ausführt, tut nicht nur nichts davon ganz, sondern gewöhnt sich auch eine zerstreute Wahrnehmungsweise an. Die Konzentrationsfähigkeit leidet darunter. Also bitte lassen Sie sich kein „Multitasking“ als Konzentrationsübung verkaufen!

Alltägliches als Übungsfeld nutzen

Gute Konzentrationsübungen sind, neben den beiden oben genannten, beispielsweise Lesen, ein Musikinstrument erlernen, Schach spielen, Tai Chi üben, ein Problem oder naturwissenschaftliches Phänomen durchdenken oder diskutieren, Handarbeiten oder ein neues Menü kochen. Solche alltäglichen Handlungen haben den Charme, dass sie die Konzentrationsfähigkeit quasi nebenbei schulen. Sie sprechen mehrere Sinne gleichzeitig an, vermitteln Genuss und Erfolgserlebnisse zugleich.

Sie müssen also weder in Spiegelschrift noch seitenweise rückwärts schreiben, wie einige Trainingsratgeber empfehlen, um Ihre Konzentrationsfähigkeit auf Vordermann zu bringen. Tun Sie einfach, was anfällt und was Sie schon lange einmal lernen oder wieder tun wollten – und tun Sie es mit voller Aufmerksamkeit!

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Kirsten Susanne Andrä