Aktuelles

 

 

Hier finden Sie regelmäßig neue Tipps, wie Sie Ihr Leben stressfreier gestalten können:

 

September 2017

Change-Prozesse: Ängste akzeptieren, adressieren, transformieren

Angst gilt vielen Unternehmern und Organisationsentwicklern als negatives Gefühl. Dabei leistet sie uns ebenso gute Dienste wie ihr Gegenpol, die Neugierde. Angst ist wie ein Thermostat, das vor drohender Überhitzung oder Frost warnt. So kann nachgeregelt und das Wohl des Einzelnen wie des Unternehmens gewahrt werden. Psychologisch geschulte Change-Manager sind sich dessen bewusst. Seriöse Coaches und Berater kaschieren auch nicht, dass Veränderungsprozesse Zumutungen und Schmerzen für den Einzelnen beinhalten können. Sie nehmen vorhandene Ängste ernst und gehen darauf ein. Der folgende Artikel beschreibt fünf Kernaspekte dieses transformativen Ansatzes.

Angst ist eines der 5 Grundgefühle neben Freude, Ärger, Traurigkeit und Neugier. Diese Gefühle wirken unmittelbar. Zugleich macht jeder im Laufe des Lebens individuelle Erfahrungen, die bestimmte Ereignisse mental mit „Gefahr“ verknüpfen: Ein Mitarbeiter, der in einer anderen Firma betriebsbedingt seinen Arbeitsplatz verloren hat, wird anders auf die Nachricht reagieren, dass in Ihrem Unternehmen Veränderungen anstehen, als jemand, der diese Erfahrung noch nicht gemacht hat.

Wichtig ist, Angst als Emotion nicht abzuwerten, sondern auf diese positiv einzugehen. Dazu gehört erstens aktives Zuhören. Hier kommt es darauf an, innerlich vollkommen auf Empfang zu schalten. Nicht Gesten wie Nicken oder Lächeln sind gefragt, sondern hundertprozentige Aufmerksamkeit. Zweitens gehört dazu, im weiteren Prozess die gehörten Sorgen, Vorschläge usw. aktiv aufzugreifen. Drittens sollten Vorgesetzte ihre eigenen Hoffnungen und Erwartungen bezüglich der anstehenden Veränderungen äußern. Eine offene Risikoeinschätzung kann zur Transparenz und damit zur Vertrauensbildung beitragen. Viertens ist es essentiell, transparent über Ziele und Interessen zu informieren, statt zu manipulieren. Natürlich sollte auch die Angst der Mitarbeitenden nicht durch Dramatisierung verstärkt oder durch Abwiegeln kleingeredet werden. Leider plädieren einige Unternehmensberater dafür, sich die Angst der Betroffenen nutzbar zu machen. Die Grundannahme dahinter: „Wer zu wenig Angst hat, bewegt sich nicht mehr und „verfettet“. Wer zu viel Angst hat, erstarrt und bewegt sich auch nicht mehr.“ Es gelte daher, stets einen „mittleren Angstpegel“ aufrecht zu erhalten. Dieses Menschenbild ist ebenso zynisch wie antiquiert, denn Ängste sorgen lediglich für Vermeidung oder Flucht. Menschen bewegen sich nur freudvoll und effektiv auf Ziele zu, wenn sie von ihren Wünschen angetrieben werden, nicht von ihren Ängsten!

Führungskräfte tun fünftens gut daran, den - moderierten wie informellen - Austausch im Team sowie zwischen den Abteilungen zu fördern. Sachargumente frei und möglichst ergebnisoffen auszutauschen, ist der beste Weg, um einen Konsens zu finden und Ängste abzubauen. Selbst wenn Ziel und Strategie des Change-Prozesses von der Unternehmensspitze vorgegeben werden, können im unmittelbaren Arbeitsbereich der einzelnen Mitarbeitenden bzw. Teams viele Details in gemeinsamer Absprache gestaltet werden. Diese Details sind für die Betroffenen oft von herausragender Bedeutung und entscheiden mit darüber, ob sie die Veränderungen mittragen oder (offen oder verdeckt) boykottieren. Denn nichts baut Ängste wirksamer und nachhaltiger ab, als eine aktive Beteiligung am Veränderungsprozess. Mitarbeiter/innen, die als kompetente Gesprächspartner, Impulsgeber und Bewahrer den Change-Prozess mitgestalten, sind nachweislich während und im Anschluss an den Veränderungsprozess zufriedener und arbeiten effektiver. Dies kommt in jedem Fall dem Betriebsergebnis zugute. Vor allem aber wird so die Unternehmenskultur gestärkt, das Zugehörigkeitsgefühl und (Selbst-) Vertrauen aller Beteiligten wächst. Diese „weichen“ Faktoren entscheiden nicht nur auf umkämpften Märkten zunehmend über den langfristigen Erfolg, sondern sind schlichtweg unbezahlbar.

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August 2017

Erlauben Sie sich, einfach mal nicht erreichbar zu sein!

Der Antreiber „Sei immer online“ könnte auch übersetzt werden mit „verpasse nichts“: Verpasse keine wichtigen Kontakte, Informationen, Aufträge...
Für Selbstständige und Führungskräfte sogar ein nachvollziehbarer Gedanke. Da auch von Mitarbeiter/innen immer mehr Unternehmergeist erwartet wird, schwappt dieser Druck auf die meisten Erwerbstätigen über. Als Pressesrecherin einer NGO war ich selbst mit der Erwartung konfrontiert, sieben Tage die Woche per Handy erreichbar zu sein.

Aber der Antreiber wirkt nur, wenn er auch „von innen“ auf Resonanz stößt. Also wenn Sie Angst haben, etwas Wichtiges zu verpassen, sobald Sie für ein paar Stunden, einen Tag oder gar einen Urlaub nicht auf dem Diensthandy erreichbar sind. Diese Angst beruht oft auf realen Erfahrungen. Es ist eine Gratwanderung, sich selbst treu zu bleiben und zugleich den Aufgaben gerecht zu werden. Aber diese Gratwanderung sollte nicht von Angst geprägt sein, sondern von klugen Entscheidungen. Denn Sie können sehr wohl etwas verpassen, wenn Sie stets online sind: Sich selbst, ihre wichtigsten Beziehungen und langfristig Ihre Gesundheit.

Wenn Ihnen „digital Detox“, also zeitweise online-Abstinenz, auch im Urlaub unmöglich erscheint, kann Ihnen ein Coach helfen, diesen Antreiber zu entschärfen.

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Juli 2017

Erlauben Sie sich, nicht immer stark und unabhängig zu sein!

Wenn Sie den Antreiber „Sei immer stark“ verinnerlicht haben, fällt es Ihnen wahrscheinlich leichter, Ihre unabhängige Seite wertzuschätzen als Ihre auf Empfang und Kooperation ausgerichteten Antennen. Beide sind jedoch gleich wertvoll und bilden erst zusammen genommen eine reife Persönlichkeit.

Erlauben Sie sich also, auch einmal etwas Arbeit abzugeben, zu delegieren oder sich unterstützen zu lassen, wenn Sie dies bisher vermieden haben. Fällt Ihnen das Loslassen schwer oder haben Sie das Gefühl, sich eine Blöße zu geben, sobald Sie nicht alles selbst stemmen? Dann lohnt es sich, diese inneren Widerstände zu ergründen. Ein Coach kann Sie dabei auf Wunsch begleiten.

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Juni 2017

Erlauben Sie sich eine Prise Leichtigkeit!

Haben Sie auch noch den Satz „Streng dich doch mal an“ von Eltern, Lehrern oder Ausbilder im Ohr? Vielleicht meinten sie ja „bleib dran, gib nicht so schnell auf.“ Aber viele Menschen sind mit der Idee aufgewachsen, dass es per se etwas Gutes sei, sich mit zusammengebissenen Zähnen anzustrengen und zu ackern, was das Zeug hält. Wichtiger als Begeisterung für eine Sache oder die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich weiter zu entwickeln. Wichtiger auch als ein ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Entspannung.

Glauben Sie das (heute) wirklich (noch)? Wenn nicht: Herzlichen Glückwunsch! Trotzdem kann der „Streng-Dich-an-Antreiber noch lange unterbewusst weiter wirken, besonders in Stress-Situationen. Wenn Sie dies merken, können Sie gegensteuern, indem Sie sich die Erlaubnis geben: „Ich darf auch mal die Zügel locker lassen!“ oder „Heute schenke ich mir einen Insel-Tag!“ Schreiben Sie sich diesen Satz irgendwo hin, wo sie ihn immer wieder lesen können. Genießen Sie die Momente der Leichtigkeit!

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Mai 2017

Erlauben Sie sich, unvollkommen zu sein!

Lange galt es als chique, ein Perfektionist zu sein: BewerberInnen bekamen den Rat, im Vorstellungsgespräch mit dieser Eigenschaft zu kokettieren oder sie, wenn nötig, zu erfinden. Denn keine andere vermeintliche Schwäche könne man derart elegant als Stärke ausspielen, wie den Hang zum Perfektionismus.

Auch heute gibt es Menschen, die sich stolz und fröhlich als „perfektionistisch“ beschreiben. Bei genauerem Hinsehen stellt sich meist heraus, dass sie eigentlich „sorgfältig“ oder „qualitätsbewusst“ meinen. Sie lehnen es beispielsweise ab, Elektrogeräte zu produzieren, die kurz nach Ablauf der Garantiezeit kaputt gehen, obwohl dies so vermeidbar wie üblich ist. Oder sie können sich nicht damit abfinden, dass im Klinikalltag kaum Zeit für Gespräche mit den Patienten bleibt. Solche qualitätsbewussten Menschen sind wichtig, weil sie den Wert von Mensch und Umwelt gegenüber reiner Gewinnmaximierung hochhalten.

Echte Perfektionisten leiden unter ihrem Perfektionismus. Sie sind in ihrem Selbstwertgefühl erschüttert, wenn ihnen ein Fehler unterläuft. Sie können das Maß ihres Einsatzes nicht frei wählen, sondern sind getrieben von einem inneren Zwang. Dabei schrauben sie ihre Ansprüche stets weiter hoch, so dass es keine ungetrübte Freude über einen Erfolg gibt. Zudem „müssen“ Perfektionisten besser sein als alle anderen. Eine einzige Kritik überschattet ein Dutzend anerkennender Rückmeldungen. Alles dies macht das (Arbeits-) Leben extrem mühsam. Nichts kostet mehr Zeit und Energie als der Antreiber „Sei stets perfekt.“ Die gute Nachricht: Auch dieser Antreiber kann entschäft werden.

„Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss“. Prüfen Sie also vor Beginn einer Aufgabe, wo die Messlatte liegt. Dann passen Sie Ihre Strategie und Ihren Zeitplan daran an. Wenn Sie feststellen, dass der „Perfekt-Antreiber“ Sie trotzdem fest im Griff hat, zögern Sie nicht, sich Unterstützung zu holen. Ein Coaching kann ein hervorragendes Mittel dafür sein, zu einem gesunden Leistungsmaß zu finden.

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April 2017

Stehen Sie zu sich selbst!

Wir erleben gerade eine Gesellschaft der Extreme: Reiche werden immer reicher, Arme werden immer ärmer. Viele fahren ihre Ellenbogen aus und verhalten sich extrem egoistisch bis hin zu roher oder auch subtiler Gewalt. Viele andere verhalten sich extrem duldsam und angepasst. Daher erscheint mir die Erlaubnis: „Stehe zu Dir selbst!“ hoch aktuell: Für das einstehen, was man selbst wichtig findet. Den Mund aufmachen. Gelassen auf beiden Füßen stehen. Das sind hilfreiche Gegenmittel zu dem verbreiteten „Gefalle-immer-den-anderen“-Antreiber.

Stehen Sie nicht nur zu Ihrem Geschmack, sondern beispielsweise auch zu Ihren Werten, Ihren Grenzen oder Ihrem Engagement. Wenn z.B. mehr Arbeit anfällt, als Sie bewältigen können, haben Sie den Mut, dies frühzeitig anzusprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wenn Sie eine „saloppe“ Bemerkung nicht witzig sondern verletzend finden, zeigen Sie ruhig verbal die „gelbe Karte“. Die meisten Menschen stellen erstaunt fest, dass sie auf diese Weise sogar mehr Respekt ernten als zuvor.

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März 2017

Multitasken Sie noch?  Erlauben Sie sich, eins nach dem anderen zu tun!

Kirsten Susanne Andrä hält am 22. März 2017 im Freiburger Innenstadtrathaus einen Vortrag zum Thema: „Multitasken Sie noch oder priorisieren Sie schon?“ für Mitarbeitende der Stadt Freiburg.

Wenn Sie für Ihr Unternehmen an diesem Vortragsthema interessiert sind, wenden Sie sich gerne an die Firma Andrä Coaching, beispielsweise über das Kontaktformular http://www.andrae-coaching.de/kontakt.php. Herzlich willkommen!

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Februar 2017

Erlauben Sie sich Ihre Eigenzeit!

Kinder lassen sich eine Menge Zeit, bei allem, was sie tun. Sie bleiben stehen, um in einer Pfütze zu spielen oder eine Katze zu streicheln, statt schnurstracks einem Ziel entgegen zu eilen. Ein Spaziergang mit einem kleinen Kind verlangt den Großen einige Geduld ab. Zugleich lernen Kinder schneller als Erwachsene - und sie lernen besonders effektiv. Die Langsamkeit hat also offensichtlich etwas für sich. Vor allem das kindliche Gemüt profitiert davon, wenn man den Kleinen ihre Eigenzeit lässt. Trends wie Tai Chi und Slow Food sowie Sten Nadolnys Bestseller „Die Entdeckung der Langsamkeit“ bezeugen die Sehnsucht auch vieler Erwachsener nach einem gemächlicheren Tempo. 

Auch wenn die meisten Erwachsenen von einem komplett entschleunigten Lebensstil nur träumen können, ist es doch möglich, sich gelegentlich eine Oase der Langsamkeit zurück zu erobern. Statt sich dem Antreiber „Beeile dich stets“ unterzuordnen, können Sie sich heute zumindest die Erlaubnis geben: „Diese eine Stunde lebe ich nach meinem eigenen Tempo.“ Für Fortgeschrittene und Menschen mit weniger beruflichen und familiären Verpflichtungen lautet die Erlaubnis vielleicht: “Die erste Stunde des Tages und nach Feierabend lebe ich ganz im Einklang mit meinem inneren Rhythmus.“ Die spannende Erkenntnis vieler Menschen ist, dass sie auf diese Weise keinesfalls weniger schaffen, sondern ganz im Gegenteil sogar kreativer sind.

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Januar 2017

Erlauben Sie sich eine Dosis „Winterschlaf“!

Besonders, wenn der „Sei immer aktiv-Antreiber“ oder der „Streng-dich-stets-an-Antreiber“ Ihr steter Begleiter ist. Denn in der dunklen Jahreszeit verlangt der Organismus meist nach mehr Schlaf als im Sommer. Auf dieses Bedürfnis einzugehen, ist kein „Luxus“, sondern sinnvoll. Denn im Schlaf regenerieren sich Leib und Seele, die Zellen erneuern sich besonders gut, eine Vielzahl von Hormonen reguliert u.a. Stimmung und Leistungsfähigkeit. 

Hier also die „bärige“ Erlaubnis: „Ich darf mich einkuscheln und heute Nacht 9 Stunden „Winterschlaf“ halten.“ - Oder auch mehr, denn wer sollte Ihnen das verwehren?

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Dezember 2016

Kirsten Susanne Andrä hielt Vortrag „Gesund am Arbeitsplatz“

Unter dem Motto: „Gesund am Arbeitsplatz, was kann jede/r Einzelne dafür tun?“ inspirierte Coach und Stressmanagement-Expertin Kirsten Susanne Andrä bei der jährlichen Personalversammlung am Mittwoch, 30. November 2016, rund 250 Mitarbeiter/innen des Landratsamts Emmendingen mit Praxistipps und vielen Beispielen. 

Drei Aspekte standen im Zentrum des Impulsvortrags: Gesund bleiben durch konstruktive Gedanken. Gesund bleiben durch sinnvolle Arbeitsorganisation. Gesund bleiben durch wertschätzende Kommunikation. Ein besonderes Anliegen im Bereich Arbeitsorganisation ist Kirsten S. Andrä die Frage: „Multitasken Sie noch oder priorisieren Sie schon?“ Denn inzwischen sei wissenschaftlich erwiesen, dass der Versuch, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, nur Nachteile habe: „Multitasking ist weder effizient noch effektiv. Die gleiche Arbeit dauert sogar länger. Fehler häufen sich und werden zu spät erkannt. Auf Dauer lässt die Konzentrationsfähigkeit ebenso nach wie die essenzielle Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Zu allem Übel steigt auch noch das Risiko für schwerwiegende Stress-Erkrankungen wie Burnout,“ so die Expertin für gesunde Arbeitsorganisation.

„Kennen Sie Menschen, die keine Pausen machen und nur im Laufschritt spazieren gehen können? Haben Sie Kollegen, die auch unwichtige Mails zwei Mal Korrektur lesen? Haben Sie es schon öfter nicht übers Herz gebracht, einen Gefallen auszuschlagen, obwohl Sie gerade selbst enorm unter Zeitdruck standen?“ fragte die Referentin das Publikum. Anschließend verriet sie, wie die dahinter steckenden „Antreiber“ mit den treffenden Namen „Beeile-dich-immer“, „Sei-immer-perfekt“ und „Gefalle-stets-den-anderen“ entschärft werden können. Ausserdem sprach Kirsten S. Andrä die Themen „Bewegung“, „Selbstwertschätzung“, „Achtsamkeit“ und „Grenzen setzen“ an. Abschließend gab die Referentin, die auch Changemanagement-Prozesse begleitet, Tipps aus der Praxis, wie Mitarbeiter-Jahresgespräche optimal vorbereitet und gestaltet werden können.

Andrä Coaching begleitet seit über 10 Jahren Menschen und Organisationen schwerpunktmäßig in den Bereichen Betriebliches Gesundheitsmanagement, Stressmanagement, gesunde Führung und wertschätzende Kommunikation. Gerne können Sie den Vortrag „Gesund am Arbeitsplatz“ für Ihre Firma oder Organisation buchen. 

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November 2016

Heben Sie Ihre Laune mit Vitamin D

In der dunklen Jahreszeit sinkt bei vielen Menschen die Stimmung. Dies hat nichts mit seelischer Labilität zu tun, sondern ist oft ein Hilferuf des Körpers. Denn bekommen wir zu wenig Sonnenlicht auf die Haut, kann der Körper nicht ausreichend oder gar kein Vitamin-D bilden. Damit fehlt uns ein Multitalent, das nicht nur die Knochen und das Immunsystem stärkt, sondern beispielsweise auch für guten Schlaf und gute Stimmung unerlässlich ist.

Daher empfehlen viele Ärzte, den Vitamin-D-Spiegel im Herbst bestimmen zu lassen und nach Bedarf, etwa von November bis März / April, Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Wer sich allein aus der Nahrung mit den für Erwachsene empfohlenen rund 1000 internationale Einheiten (IE) Vitamin-D pro Tag versorgen will, müsste täglich reichlich fetten Seefisch oder Innereien oder acht bis neun Hühnereier verzehren. Da Vitamin D auch überdosiert werden kann, sollte die durchschnittliche empfohlene Tagesdosis nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt überschritten werden.

Damit Vitamin D wirken kann, darf allerdings auch das Stresshormon Cortisol nicht in zu hoher Konzentration im Körper zirkulieren, weil Cortisol die Vitamin-D-Rezeptoren hemmt. Gönnen Sie sich daher genügend Entspannung, Bewegung und reichlich Schlaf, um Stress abzubauen. Dann sinkt Ihr Cortisolspiegel und das „Stimmungsvitamin“ kann wie vorgesehen „andocken“. In der Zeit von Mitternacht bis vier Uhr morgens ist der Cortisolspiegel normalerweise am niedrigsten und das Vitamin-D kann somit optimal wirken. Es ist also wichtig, vor allem in diesem Zeitraum für ungestörten Schlaf zu sorgen. Sonst sinkt der Cortisolspiegel nicht genügend ab und Ihr „Gute-Laune-Vitamin-D“ läuft quasi ins Leere.

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Oktober 2016

Mut tut gut!

Im September ging es um das „Nachrichten-Fasten“. Wer den Monat September genutzt hat, um seinen Nachrichtenkonsum schrittweise zu reduzieren, wird, auch wenn es Rückschläge gab, viel über sich gelernt haben und sich vermutlich bereits besser fühlen.

Wer tiefer schauen möchte, kann überlegen, welche Bedürfnisse hinter dem Nachrichtenkonsum stecken. Will ich meine Neugierde stillen? Mich als Teil einer Gemeinschaft empfinden? Mir vor Augen halten, dass es mir trotz allem vergleichsweise gut geht? Alle diese und viele weitere Bedürfnisse können auch anders gestillt werden als mit permanentem Nachrichtenkonsum. Neugierde lässt sich beispielsweise in Wissensdurst übersetzen, der durch die Begegnung und das Gespräch mit interessanten Menschen, ein gutes Buch oder einen Ausflug in einen unbekannten Stadtteil gestillt werden kann. Gemeinschaftsgefühl entsteht durch gemeinsame Erlebnisse und gegenseitige Hilfe in der Familie, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft. Und woran merkt man, wie gut es einem in vieler Hinsicht geht? Beispielsweise indem man ein Tagebuch führt, das täglich die drei oder fünf schönsten Erlebnisse stichpunktartig festhält. Werden Sie kreativ!

Wer Nachrichtenthemen zudem gezielt auswählt, alles Unwichtige verwirft und zu den wichtigsten Themen Berichte verschiedener Experten, die lange vor Ort bzw. in der Branche tätig waren, vergleicht, ist außerdem viel besser im Bilde und vor allem urteilsfähiger als ein passiver Rundum-Konsument.

Wie findet man aber die wirklichen Experten zwischen all den Prahlern, einseitigen Lobbyisten und, mit Verlaub, Lügnern?

Ein schwieriges Unterfangen, das immer auch anfällig ist für Irrtum, aber nicht aussichtslos.

Ein paar Tipps dazu:

Wirkliche Experten

  • bluffen nicht und sagen auch einmal „das weiß ich nicht“

  • sind fähig zur Selbstkritik, geben frühere Fehleinschätzungen offen zu

  • berichten möglichst objektiv und ausgewogen, indem sie auch die Gegenargumente nennen

  • bemühen sich um sachliche Beschreibungen, statt plakative Urteile zu fällen

  • sprechen mit allen, die das Gespräch suchen, verweigern keinem prinzipiell den Dialog

  • hören aktiv zu

  • fragen nach, wenn sie etwas nicht verstehen oder wenn die Antwort (vermutlich) für die Zuschauer unverständlich war

  • lassen Ausweichmanöver, Lügen oder Halbwahrheiten ihres Gegenübers nicht durchgehen, sondern konfrontieren diese auf angemessene Weise

  • gönnen sich Denkpausen, statt grundsätzlich „wie aus der Pistole geschossen“ zu antworten

  • sprechen authentisch, meiden leere Worthülsen

Ich habe mir angewöhnt, die aus meiner Sicht wichtigsten aktuellen Themen zu definieren und das Übrige so weit wie möglich auszublenden. Damit ich in die Tiefe gehen kann. Damit auch noch Zeit für Schönes bleibt.

Vor allem aber: Dosiert informiert bleibt auch noch Zeit und Energie übrig, um der einen oder anderen Information eine Handlung folgen zu lassen, beispielsweise eine Petition zu unterschreiben oder selbst zu initieren, einen Leserbrief zu verfassen oder eine E-Mail an einen Politiker des eigenen Wahlkreises oder an die Bundeskanzlerin zu senden. Denn Mut tut gut.

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September 2016

„Nachrichtenfasten“ entspannt

Wer mitfühlen kann, wurde durch die Nachrichten schon immer gestresst bis schockiert: Umweltzerstörung, Kriege und Hunger bestimmten das Bild seit der Erfindung des Fernsehens. Doch heute schwappt diese Nachrichtenflut nicht mehr für eine halbe Stunde nach dem Abendessen in unser Wohnzimmer sondern ganztägig in unser Bewusstsein.

 Viele Menschen lassen sich bereits vor der ersten Tasse Kaffee am Morgen Blutlachen und Tränen aus aller Welt servieren, unterbrechen ihre Arbeit regelmäßig per Klick auf die aktuellen Meldungen und schlafen am Ende des Tages neben dem Gerät, das ihnen den Terror frei Haus lieferte, ein. Gestörter Schlaf, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und andere stressbedingte Beschwerden sind oft die Folge. Das gewohnheitsmäßige Viertel Wein zum Feierabend spült die depressive Verstimmung herunter, die sich ebenfalls häufig breit macht.

 Man muss nicht so weit gehen, wie Rolf Dobelli in seinem Essay empfiehlt, die Nachrichten komplett aus dem eigenen Leben zu verbannen. Es reicht aus, Zeiten und Medien klug auszuwählen und regelmäßige Phasen des „Nachrichtenfastens“ einzulegen.

 Beispielsweise am Morgen, wenn der Geist noch besonders sensibel ist und sich auf den Tag vorbereitet, sind Nachrichten für die meisten Menschen „Gift“. Besonders schlecht verdaulich sind sie zudem während des Essens. In Konzentrationsphasen, beispielsweise bei der Arbeit, stören sie massiv den Gedankenfluss. Auch die Stunde vor dem Schlafengehen ist besonders sensibel - denn die letzten Eindrücke des Tages wirken sich stark auf die Schlafqualität aus.

Viele Menschen erleben eine Nachrichtenabstinenz im Urlaub und an einem Tag in der Woche, beispielsweise am Sonntag, außerdem als äußerst erholsam. Wer auf den Geschmack gekommen ist, schaltet meist auch während des Zusammenseins mit Familie oder Freunden die Geräte aus. So entstehen Freiräume für Muße, Gedankenaustausch und engagierte Diskussionen.

 Da Nachrichtenkonsum leicht zur Sucht werden kann, ist es oft nicht einfach, sich von jetzt auf gleich bewusst zu steuern. Es hilft, in kleinen Schritten vorzugehen: Beispielsweise in der ersten Woche nur darauf zu achten, die Zeit bis nach dem Frühstück nachrichtenfrei zu halten. In der zweiten Woche kommen dann die Arbeitszeiten oder die Zeit vor dem Schlafengehen hinzu etc.

 Am besten klappt dies, wenn man zu diesen Zeiten nicht nur die Nachrichten weglässt, sondern bewusst etwas anderes tut. Ein Morgenritual könnte beispielsweise sein, auf dem Balkon ein paar bewusste Atemzüge zu nehmen, die Lieblings-Musik-CD aufzulegen und bei passender Laune mitzusingen, die Dusche oder das Frühstück mit allen Sinnen zu genießen oder mit der Familie ein gemeinsames kleines Ritual zu erfinden.

 Sie werden merken, wie gut Ihnen diese Umstellung tut! Körper, Geist und Seele erholen sich. Sie gewinnen Zeit für sich. Durch den Abstand können Ängste abnehmen und positive Gedanken wieder Raum gewinnen. Sie werden produktiver, weil viele Unterbrechungen wegfallen. In dem Maße, wie sie Ihre Eigensteuerung wieder gewinnen, wächst Ihr Selbstbewusstsein. Durch Zeiten der Stille vertiefen sich Intuition und Lebensfreude.

 Im Oktober können Sie an dieser Stelle weiter lesen. Dann geht es um die kluge Auswahl von Nachrichten und um die Befreiung aus der Passivitätsfalle.

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August 2016

Endlich Urlaub!

Doch leider ist oft gerade „die schönste Zeit des Jahres“ ganz schön stressig: Stau auf den Straßen, riesige Erwartungen, die nicht selten innerhalb der Familie oder Reisegruppe weit auseinandergehn – und der Kopf braucht oft lange, um auf „Entspannungsmodus“ umzuschalten. Mir helfen folgende Tricks, um den Urlaub entspannt anzugehen und von Anfang an zu genießen:

  • Eine persönliche Packliste für jede vorkommende Urlaubsart in petto haben hilft, entspannt zu packen, nichts Wichtiges zu vergessen und macht last-minute-Rennereien überflüssig.

  • Der Zug, vor allem der Schlafwagen im Nachtzug, ist komfortabel und hilft, entspannt und ausgeschlafen am Urlaubsziel anzukommen. Frühzeitig gebucht, kann man so auch recht preiswert und zudem ökologisch reisen.

  • Erwartungen rechtzeitig vorher klären und mit allen Mitreisenden abstimmen vermeidet Stress und Streit vor Ort.

  • Ich genieße es, wann immer möglich, mich vorab mental auf den Urlaub einzustimmen. Das können Bilder sein, Musik, ein bestimmter Duft, ein Reiseführer oder eine urlaubstypische Aktivität, die ich ein paar Tage oder Wochen vorher „einschleiche“. So kann ein Wanderurlaub beispielsweise mit kurzen Wanderungen nach Feierabend ein bis zweimal pro Woche und einer längeren Tour am Wochenende vorbereitet werden oder ein Frankreichurlaub mit heimischer französischer Küche und Chansons. Die Erfahrung zeigt: So ist das Urlaubsfeeling vor Ort viel schneller da!

  • Um den Kopf wirklich frei zu bekommen, schalte ich den Abwesenheitsassistenten meines E-Mail-Programms ein und lasse das Handy zu Hause oder zumindest ausgeschaltet.

Ich wünsche Ihnen einen schönen, erholsamen Urlaub!

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Juli 2016

Auf die Balance kommt es an

Der Mensch befindet sich in einem Spannungsfeld gegensätzlicher Bedürfnisse. Ein solches Bedürfnispaar ist der Wunsch nach Kontinuität, Sicherheit und Verlässlichkeit einerseits und der nach Abwechslung, Anregung und Entwicklung andererseits. Auf die Balance zwischen den beiden Polen kommt es an!

Wer sich allzu sehr einrichtet in stets gleichen Abläufen, kann in Langeweile versinken und verkümmern. Wer hingegen täglich „das Rad neu erfindet“, keinen Rhythmus und keine verlässlichen Beziehungen pflegt oder kein Zuhause hat erschöpft sich oft schnell.

Tipp: Schauen Sie einmal, ob Ihre Balance noch stimmt. Falls nicht: Zu welchem der beiden Extreme neigen Sie?

Ein erster Schritt für „Sicherheitsmenschen“ könnte sein, einmal bewusst etwas zu tun, was Sie noch nie getan haben: Einem fremden Menschen auf der Straße „einfach so“ ein nettes Kompliment machen, einen neuen Stadtteil oder ein Stück unbekannte Natur erkunden, einen Nachbarn zum Tee einladen, ein Dessert kreieren, einen Witz erfinden, nach einem Vortrag dem Referenten spontan eine Frage stellen, allein in der Wohnung tanzen, den heimischen Kirchturm besteigen, mit dem Rad zur Arbeit fahren, die Zähne von rechts nach links oder linkshändig putzen usw. Der bevorstehende Urlaub bietet sich dafür vielleicht besonders an.

„Abwechslungstypen“ hingegen könnten sich ein Ritual zulegen, das ihnen gut tut. Beispielsweise jeden Morgen nach dem Aufwachen ein paar bewusste Atemzüge nehmen, während des Essens nichts parallel tun (also z.B. nicht telefonieren oder Zeitung lesen), jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Lieblings-Musikstück hören oder regelmäßig mit einem Lieblingsmenschen treffen: Egal ob Sie ein Mal in der Woche einen Paarabend oder alle 14 Tage einen Freundinnen- oder Kumpelsabend einplanen – die Qualität der gemeinsamen Zeit und die Regelmäßigkeit machts´s!

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Juni 2016

Die Qualität unserer Arbeit zeigt sich oft erst mit etwas Abstand

Im Frühjahr habe ich einen Raum verputzt und lasiert. Diese Tätigkeit wurde mir zu einem Gleichnis für Arbeit insgesamt: So lange der Kalkputz noch nass ist, deckt er nicht. Die Wand sieht fürchterlich fleckig aus, der Untergrund scheint hindurch und man kann nicht erkennen, ob das Gesamtergebnis gelungen ist. Erst nach dem Trocknen erscheint die schöne Struktur, weiße Farbe und warme Anmutung des Naturmaterials. Es mag immer noch weit entfernt von perfekt sein. Aber kein Vergleich zu der Wand, die vor ein paar Stunden noch aussah, als hätte sie einen Wasserschaden erlitten. Mit jedem Lasuranstrich wiederholte sich die Odyssee: Hinter dem sonnigen Gelbton kamen erneut graue Flecken zum Vorschein, die scheinbar aufgrund der hinzugefügten Feuchtigkeit aus dem Putz hervortraten. Es war jedesmal eine (von Mal zu Mal kleiner werdende) Zitterpartie, ob das Grau mit dem Trocknen wieder verschwindet.

Genauso ist es mit vielen Arbeiten: Wir erkennen, während wir tätig sind, noch nicht die Qualität unseres Tuns. Erst mit etwas zeitlichem Abstand tritt die Wirkung hervor. Das Ergebnis mag keine, kleine oder größere Schwächen aufweisen, je nachdem, ob wir unsere Profession ausüben oder Amateure sind - und ich bin wahrlich kein Gipser! Aber wenn wir mit Liebe und Sorgfalt bei der Sache sind, wird in jedem Fall „ziemlich viel ziemlich schön“ heraus kommen, wie der Chorleiter in dem Film „Wie im Himmel“ es formulierte.
Je mehr Erfahrung wir sammeln, desto mehr wächst das Selbstbewusstsein. Tun ist daher wesentlich wirkungsvoller als z.B. Visualisierungen oder Affirmationen, wenn es darum geht, Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein aufzubauen. Ich wünsche Ihnen frischen Mut zum Tun!

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Mai 2016

Alles neu macht der Mai?

Wer für das neue Jahr „gute Vorsätze“ geschmiedet hat, stellt oft bereits im Februar fest, dass diese schnell versanden können. Vor allem wenn es darum geht, „gesünder“ zu leben. Das kann daran liegen, dass das Anliegen nicht konkret genug formuliert wurde. Oder daran, dass zwei oder sogar viele Vorsätze zugleich gefasst wurden. Damit ist der Mensch meist überfordert. Wenn Sie etwas verändern wollen, konzentrieren Sie sich besser auf EINE Sache!

Der Mai ist ein guter Zeitpunkt, um solch einen Vorsatz aufzufrischen: Das vermehrte Tageslicht, die frühlingshaften Temperaturen und die dadurch ausgelösten Hormone verleihen Energie. Also: Worauf wollen Sie hinaus?

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April 2016

Mit allen Sinnen genießen

Genuss ist ein perfekter Gegenspieler von Stress. Auch ist Genießen kinderleicht: Bereits Säuglinge glucksen oder lachen, wenn sie in entspannter Atmosphäre kuscheln oder etwas Interessantes entdecken. Leider kommt vielen Menschen diese elementare Fähigkeit im Laufe des Lebens (teilweise) abhanden.

Gründe dafür sind unter anderem negative Selbstbilder, Zeitdruck, verinnerlichte Verbote und Gebote wie beispielsweise: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Absolut gesetzt bedeutet dies nämlich, dass nie Zeit für eine Pause ist. Zu einer Zeit, in der nach Sonnenuntergang kein Licht zum Arbeiten mehr vorhanden und die To-Do-Liste endlich war, war dieser Spruch sicher noch sinnvoll. Chronische „Auf-die-lange-Bank-Schieber“ können auch heute noch davon profitieren. Alle anderen tun wahrscheinlich besser daran, solche „Weisheiten“ aus ihrem Repertoire zu streichen.

Welche Jahreszeit würde sich besser zum Genießen eignen als der Frühling? Einfach wieder einmal barfuß durch das taunasse Gras laufen, die Blütendüfte tief einatmen, die vielen verschiedenen Grüntöne im Garten, Park oder Wald wahrnehmen, den Amseln lauschen, den ersten Spargel und später die Erdbeeren frisch vom Feld genießen...

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März 2016

Mit dem Erfolgstagebuch auf Erfolskurs

Stress ist, stets vor allem die kleinen Fehler und Mißerfolge im Blick zu haben. Immer wieder erstaunt es mich, wie viele Menschen Großartiges leisten und sich dennoch klein fühlen. Nun will ich nicht zur Arroganz einladen. Wohl aber zu einem freundlichen Blick auf die eigenen Stärken und Erfolge.

Tipp: Wie wäre es, wenn Sie sich einmal so betrachten, als beobachteten Sie Ihren besten Freund oder Ihre beste Freundin? Damit das Ergebnis nicht gleich wieder verblasst, schreiben Sie es doch einfach auf. Am besten in ein kleines, hübsch gebundenes Buch, das Sie in Ihrer Laptop- oder Handtasche mitnehmen können. Wenn Sie abends mit dem Zug nach Hause fahren, können Sie die Zeit nutzen und Ihren schönsten Tageserfolg eintragen.

Denken Sie dabei nicht nur an die gelungene Präsentation vor 100 Zuhörern, den neu akquirierten Großkunden oder die erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Vielleicht hatten Sie ein gutes Gespräch beim Mittagessen? Vielleicht ist es Ihnen gelungen, im Meeting Ihren Standpunkt besonders souverän zu vertreten? Einen Konflikt in der Kaffeeküche charmant zu entschärfen? Oder Sie haben es endlich einmal geschafft, eine Zusatzaufgabe, die gar nicht in Ihren Bereich fällt, konsequent abzulehnen? Ihr Erfolgstagebuch wird Sie in stressigen Zeiten ermutigen und entspannen.

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Februar 2016

Kluger Kaffeegenuss ohne Reue

Kaffee ist ein Genussmittel mit vielfältigen Wirkungen: Der beliebte "Wachmacher" regt nicht nur Kreislauf, Gehirn und Nervensystem an, sondern veranlasst den Körper auch, das Hormon Adrenalin freizusetzen. Adrenalin ist ein "Stresshormon", das wiederum für eine Kettenreaktion im Körper sorgt. Diese ist bei akutem Stress angemessen und hilfreich für den Organismus.

Trinken Sie jedoch regelmäßig mehrere Tassen starken Kaffee pro Tag, wirkt dies ähnlich wie Dauerstress.  Auch die wachmachende Wirkung nimmt dann ab. Sie benötigen so immer höhere Dosierungen des Coffeins, um den gewohnten "Kick" zu erreichen. Ein Teufelskreis kann in Gang kommen.

Tipp: Setzen Sie Kaffee als Genussmittel gezielt und dosiert ein. Die beste Kaffeezeit ist aus Stressmanagement-Perspektive die Zeit kurz vor Ihrem natürlichen Leistungshoch. Besonders dann, wenn Sie sehr anspruchsvolle Aufgaben vor sich haben. 

Ungünstig ist es dagegen, ein Leistungstief mit Kaffee "auszuhebeln". Beispielsweise nach dem Mittagessen. Denn damit bringen Sie Ihren Körper um die notwendige Ruhephase. Sie können dann zwar ohne einen "Hänger" durcharbeiten. Der Preis dafür ist allerdings, dass das zweite natürliche Tageshoch am Nachmittag sich nicht voll entfalten kann. Außerdem riskieren Sie auf Dauer sogar mehr Müdigkeit. Im Extremfall kann dies bis zur Erschöpfung führen. Für mich ist die Tasse Kaffee nach dem Mittagessen zu einer seltenen und bewußten Ausnahme geworden. Wenn Sie nach dem Essen besonders große Lust auf Kaffee haben, könnte die entcoffeinierte Variante eine gute Lösung sein.

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Januar 2016

Schneller Energiekick

Ob kurz vor einem wichtigen Meeting oder einer entscheidenden Verhandlung - manchmal kann man einfach eine Extraportion Energie gebrauchen. Die gute Nachricht: Das ist möglich, auch ohne schädliche Nebenwirkungen oder Suchtgefahr. Sogar zusätzliche gesundheitliche Vorteile sind damit verbunden:  Etwa ein wachsendes Lungenvolumen oder eine sanfte Massage innerer Organe.

Das Geheimnis: Eine einfache Atemtechnik, die ich "Blasebalgatem" nenne. Diese funktioniert so: Stellen Sie sich entspannt hin, am besten am offenen Fenster oder draußen an der frischen Luft. Die Knie sind locker. Dann atmen Sie kurz, kräftig und betont aus. Den Einatem lassen Sie einfach von selbst wieder einströmen. Dann kommt der nächste kräftige und hörbare Ausatem. Dabei zieht sich der Bauchnabel deutlich nach innen. Beim entspannten Einatem wölbt sich der Bauch automatisch wieder vor. Den Einatem brauchen Sie nicht beachten, er geschieht von allein. Konzentrieren Sie sich nur auf das stoßweise Ausatmen. Sollte Ihnen anfangs dabei etwas schwindlig werden, beenden Sie einfach sanft die Übung. Mit der Zeit wird Ihr Gehirn sich an diese "Sauerstoffdusche" gewöhnen und das Schwindelgefühl verliert sich. Hören Sie auf Ihren Körper. Die Übung sollte sich gut anfühlen! Wichtig: Haben Sie stark erhöhten Blutdruck, Asthma oder eine andere Erkrankung, deretwegen Sie unsicher sind, ob diese Übung für Sie geeignet ist, sprechen Sie bitte vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Dezember 2015

Die Vorweihnachtszeit ist für viele Menschen die stressigste Zeit des Jahres: Projektabschluss, Geschenkemarathon, Weihnachtsfeiern im Betrieb und in jedem Verein, Hausputz und Plätzchenbacken...

Wie soll man da zur Ruhe finden?

Tipp: Sprechen Sie mit Ihrer Familie, was Ihnen individuell und gemeinsam am Wichtigsten ist.  Womit machen Sie einander wirklich eine Freude? Was kann getrost ausfallen? Wie wäre es, wenn Sie einander diesmal wirklich nur eine Kleinigkeit schenken und als "großes Geschenk" den gemeinsamen Winterurlaub oder die Mußetage daheim und in der Umgebung definieren? Zeit, die Sie mit Ihren Lieblingsaktivitäten füllen. Jeder ist mal dran und entscheidet. Nach dem Motto: Das Leben ist - zumindest zwischen den Jahren - doch ein Wunschkonzert!

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November 2015

Die dunkle Jahreszeit beginnt. Sie bringt viel Schönes mit sich: Kerzenlicht, Sauna, Bratäpfel und Ausschlafen ohne schlechtes Gewissen beispielsweise. Aber viele Menschen leiden auch unter dem Lichtmangel. Es kann ein Stressfaktor für Körper und Gemüt sein, im Dunkeln aus dem Haus zu gehen und im Dunkeln abends wieder heim zu kommen. Ausgleich schaffen ist jedoch möglich.

Tipps: Gehen Sie in der Mittagspause an die Luft und tanken Sie Tageslicht, wann immer Sie es einrichten können! Auch wenn Sie dann abends etwas länger arbeiten - es lohnt sich! Zweitens kann Johanniskrauttee helfen: Er macht die Haut durchlässiger für Sonnenlicht und hilft so, aus "weniger" mehr zu machen. Drittens können Tageslichtlampen am Arbeitsplatz oder zu Hause den Lichtmangel ausgleichen helfen. Es gibt viele unterschiedliche Modelle mit und ohne UV-Strahlung. Eine Beratung im Fachhandel ist daher sinnvoll.

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Oktober 2015

Wenn Sie schnell einen emotionalen Anker brauchen oder sich mental zentrieren möchten, versuchen Sie es doch einmal mit diesem erstaunlich einfachen "Trick":

Vorbereitung: Legen Sie Ihre Hände flach auf die Oberschenkel. Die Handflächen zeigen nach unten.

Die Übung: Umfassen Sie mit allen Fingern der rechten Hand Ihren linken Zeigefinger.  Der untere Teil des rechten Daumens liegt dabei unter dem Zeigefinger-Grundgelenk. die anderen vier rechten Finger umschließen den linken Zeigefinger von oben. Halten Sie Ihren Zeigefinger so auf sanfte Weise komplett umschlossen. Schließen Sie gerne die Augen.  Bewusstes Atmen unterstützt diese Übung. Spüren Sie in sich hinein. Nach einer Weile können Sie die Finger tauschen: Nun halten Sie den rechten Zeigefinger mit der linken Hand. Bei vielen Menschen stellt sich schon nach kurzer Zeit ein Gefühl von Ruhe und / oder geistiger Klarheit ein, wenn sie diese Übung aus dem Jin Shin Jyutsu praktizieren.

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September 2015

Neigen Sie dazu, Kritik oder andere Ereignisse persönlich zu nehmen? Auch dann, wenn sie gar nicht persönlich gemeint sind? Aus vielen Gesprächen, Seminaren und Coachings weiss ich, dass Sie damit absolut nicht allein sind. Und auch, dass diese Empfindlichkeit ganz oder teilweise wieder abgelegt werden kann. So lebt es sich viel leichter und entspannter. Der Weg dorthin ist teilweise natürlich recht individuell. Am besten läßt sich dies in einem Einzelcoaching von zwei bis drei Sitzungen klären. Die Zeit dazwischen dient der Übung im Alltag. Aber es gibt auch allgemeine Hilfen.

Tipp: Hintergrund des Problems ist oft eine persönliche Unsicherheit: "Bin ich gut genug?" Um diesbezüglich mehr Sicherheit zu bekommen, kann es z.B. hilfreich sein, sich aktiv Feedback einzuholen. Bitten Sie doch einmal eine gute Freundin / einen guten Freund, Ihren Partner / Ihre Frau und vielleicht auch eine Kollegin oder einen Kollegen Ihres Vertrauens um ein persönliches Feedback zu Ihren Stärken. Am besten schriftlich.

Manchen Menschen fällt es leichter, diese Bitte zu äußern, wenn sie im Tausch ein ebensolches Feedback anbieten. Sie werden staunen, was auf dieser Liste so alles zusammen kommt! Manche Menschen hüten dieses Feedback wie einen Schatz. Vor und bei wichtigen Auftritten ist dieser Zettel ein guter Begleiter. In der Handtasche oder im Jackett verwahrt, vermittelt die Positivliste Selbstvertrauen und Sicherheit.

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Februar 2015

Mit inneren Bildern die Motivationquellen aktivieren

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Neujahrsvorsätze oft spätestens im Februar verpuffen? Warum gibt es Dinge, die wir „eigentlich“ tun wollen, aber zu denen wir uns nicht nachhaltig motivieren können? Ob es nun der regelmäßige Sport ist oder mehr Gemüse auf dem Teller, mehr Durchsetzungskraft oder mehr Gelassenheit entwickeln – scheitert das Projekt „Alles-wird-neu“ regelmäßig an einem Mangel an Willenskraft, an den widrigen Umständen oder doch an etwas ganz Anderem?

gute Vorsätze

Was kann die Vernunft leisten?

Der schottische Philosoph David Hume hatte dazu bereits vor über 200 Jahren eine interessante These. Sie lautet, vereinfacht gesagt: „Vernunftsgründe allein können nicht motivieren.“ Hoppla, wenn nicht die Vernunft, was bitte schön motiviert uns dann? Ganz einfach, meint Hume: Es sind die Emotionen, die uns nachhaltig eine bestimmte Richtung ansteuern lassen. Der Verstand spricht dann lediglich noch ein paar Takte zur Feinjustierung der Strecke zwischen Startpunkt und Ziel mit.

Was wirklich motiviert

Wenn Sie sich beispielsweise vorgenommen haben, aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig Sport zu treiben, genügt es also laut Hume nicht, sich die Vorzüge eines schlankeren und fitteren Körpers oder die Nachteile des statischen Lebensstils rational zu vergegenwärtigen. Die Motivationszentrale im Gehirn scheint sich für Blutwerte, Arterien und selbst eine statistisch verkürzte Lebenserwartung nicht sonderlich zu interessieren. Sie wird vielmehr von einem sehr einfachen Belohnungssystem gesteuert, das sich auf genau zwei Dinge versteht: Lust und Unlust.

Die Kunst der Übersetzung

Die Frage ist also: Wie spreche ich so mit dem Motivationssystem meines Gehirns, dass es mich versteht? Mit anderen Worten: Wie übersetze ich meine klugen Vernunftsgründe in seine emotionale Sprache von Lust und Unlust? Die Antwort ist überraschend einfach: Indem ich Bilder kreiere. Denn das Gehirn denkt in Bildern. Diese Blder, emotional aufgeladen, motivieren.

Innere Bilder und Emotionen

Wenn ich mir also mit Freude und Begeisterung vorstelle, wie es ist, fit und gesund zu sein, bekommt das Belohnungssystem einen Hormonschub. Das Motivationssystem springt an. Wichtig ist dabei, mir vorzustellen, dass ich dieses Ziel bereits jetzt erreicht habe. Gedanklich nehme ich also die Zukunft vorweg: Hier und jetzt bin ich schlank, beweglich, ausdauernd und kräftig. Ist die Vorstellung konkret genug, wird sich meist fast von selbst ein freudiges Gefühl einstellen. Dieses Gefühl gilt es dann, bewusst zu vertiefen und zu „verankern“. Stelle ich mir nun wiederholt und mit allen Sinnen vor, wie genußvoll ich im trainierten Zustand beispielsweise einen Berg erklimme, wie energievoll ich die tägliche Arbeit erledige und was ich an meinem (gesunden) Lebensabend alles genießen werde, festigt sich diese Motivation von Mal zu Mal. Je öfter diese angenehmen emotionalen Vorstellungen mit kleinen Trainingsschritten verknüpft werden, desto fester verdrahtet sich das Projekt im Motivationshirn.

Das Ziel ist der Weg

Der Organismus „weiss“ nun, wohin die Reise geht und setzt alles daran, dieses Ziel in die Realität umzusetzen. Die Lust auf Bewegung wächst mit jeder Vorstellung und mit jedem Erfolgserlebnis. Wenn David Hume Recht hat, ist es also nicht mangelnder Willenskraft und auch nicht widrigen Umständen geschuldet, wenn die Motivation bisher nicht so recht in Schwung kam. Vielmehr liegt die größte Motivationskraft bisher bei vielen Menschen weitgehend brach: Die Kraft der Emotionen.

Viel Freude bei der Umsetzung wünscht Ihnen

Kirsten Susanne Andrä



Februar 2015: Die Kraft der Auszeit

März 2015: Die Kraft des Atems

März 2015: Die Kraft der Gedanken

März 2015: Die Kraft des Netzwerks

März 2015: Die Kraft des Rhythmus